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Wegekuckuck
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Der Wegekuckuck (Geococcyx californianus), auch Großer Rennkuckuck oder Erdkuckuck genannt, ist ein großer Vertreter der Kuckucksvögel (Cuculiformes) mit sehr langen Beinen, der in Nord- und Mittelamerika vorkommt. Er ist im deutschen Sprachraum auch unter seinem englischen Namen Roadrunner bekannt.

Der ĂŒberwiegend am Boden lebende Wegekuckuck ist anders als viele Vertreter aus der Ordnung der Kuckucksvögel kein obligater Brutschmarotzer, sondern zieht in der Regel seinen Nachwuchs selbst groß. Ausnahmsweise kommt jedoch bei ihm auch ein intraspezifischer Brutparasitismus vor und noch seltener legt er Eier auch in die Nester anderer Vogelarten.

Er ist eine gebietsweise hĂ€ufige Art, seine Bestandssituation wurde 2016 in der Roten Liste gefĂ€hrdeter Arten der IUCN als „Least Concern (LC)“ = „nicht gefĂ€hrdet“ eingestuft.cite-ref-iucn-1-0[1]

Contents

‱ Revier
‱ Brutperiode
‱ Balz
‱ Nest
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Beschreibung

Allgemeine Merkmale

Die adulten Wegekuckucke sind inklusive Schwanz 51 bis 61 Zentimeter lang, auf den Schwanz entfallen dabei durchschnittlich 28 Zentimeter. Sie haben einen langen, schwarzen Schnabel, der leicht nach unten gebogen ist. Der Kopf, die Scheitelhaube, der RĂŒcken und der lange Schwanz sind dunkelbraun mit hellen Sprenkeln. Die Kehle und der Bauch sind hell. Seine langen Beine und der lange Schwanz sind Anpassungen an seine rennende Lebensweise.cite-ref-2[2] Das Gewicht variiert sehr stark. Sehr leichte Individuen wiegen knapp 200 Gramm, typischer ist ein Gewicht von rund 300 Gramm. Bei sehr gutem Nahrungsangebot können sie aber auch ein Gewicht von mehr als 500 Gramm erreichen.cite-ref-johannes-erhitz-e127-3-0[3]

Der Wegekuckuck ist ein extrem guter LĂ€ufer. Es wurden Höchstgeschwindigkeiten von 24 bis 32 km/h gemessen.cite-ref-4[4] GrundsĂ€tzlich zieht er es vor, auf vegetationslosem Boden zu laufen. Er ist deswegen hĂ€ufig in trockenen Flussbetten oder an Straßen zu beobachten. Seine gute LauffĂ€higkeit verdankt er nicht zuletzt seinen zygodactyl gestellten FĂŒĂŸen: Wie bei allen Kuckucken zeigen die beiden Ă€ußeren Zehen seiner FĂŒĂŸe nach hinten, die beiden inneren nach vorne. WĂ€hrend des Laufens hĂ€lt er den Kopf und den Schwanz parallel zum Boden, der Schwanz wird dabei wie ein Ruder eingesetzt, um die Richtung zu wechseln.cite-ref-johannes-erhitz-e127-3-1[3]

Nur gelegentlich fliegt der Wegekuckuck auf, um kurze Distanzen zu fliegen. Typischerweise setzt er seine FlĂŒgel ein, um von einer Ansitzwarte oder von seinem Nest auf den Boden zu gleiten. Distanzen zwischen Baumwipfeln legt er jedoch auch fliegend zurĂŒck, wenn diese nicht mehr als vier oder fĂŒnf Meter auseinander stehen.

Anpassungen an den trockenen Lebensraum

Der Wegekuckuck hat eine außergewöhnliche energiesparende Methode entwickelt, sich den kalten WĂŒstennĂ€chten anzupassen. In der Nacht sinkt seine Körpertemperatur und er verfĂ€llt in eine Art KĂ€ltestarre. Er hat auf dem RĂŒcken nackte dunkle Hautflecken. Am Morgen spreizt er sein Gefieder und setzt diese Flecken der Sonne aus. Durch die WĂ€rme steigt seine Temperatur schnell wieder auf das normale Niveau. Die Haut der Nestlinge ist bis auf das weiße Kinn schwarz gefĂ€rbt, sodass die Sonnenstrahlen besser absorbiert werden können und die Körpertemperatur am Morgen schneller ansteigen kann. Bei zu hoher Temperatur zieht sich das Junge in den Schatten zurĂŒck.cite-ref-5[5]

Um der Mittagshitze zu entgehen, ist der Wegekuckuck hauptsĂ€chlich in den Morgenstunden sowie am Nachmittag aktiv. WĂ€hrend der Mittagshitze bleibt der Vogel im Schatten. ZusĂ€tzlich verschafft er sich KĂŒhlung, indem er hechelt und mit dem Kehlsack flattert, wodurch mehr Luft an die BlutgefĂ€ĂŸe gelangt und die Körpertemperatur durch den verbesserten WĂ€rmetausch gesenkt wird. Wasserverlust wird durch Salzausscheidungen ĂŒber spezielle DrĂŒsen vor den Augen ausgeglichen. Zudem kann der Wegekuckuck Wasser durch die Kloake reabsorbieren. KĂŒken werden durch hochgewĂŒrgte FlĂŒssigkeit von den Eltern versorgt. Da die Ausscheidungen der KĂŒken einen hohen Wasseranteil enthalten, fressen die adulten Vögel die Ausscheidungen wĂ€hrend der Brutzeit. Adulte Wegekuckucke können ihren kompletten FlĂŒssigkeitsbedarf ĂŒber ihre Nahrung decken, trinken jedoch, wenn sie die Gelegenheit dazu haben.cite-ref-6[6]

Verbreitung und Lebensraum

Der Wegekuckuck lebt in den Steppen, WĂŒsten und HalbwĂŒsten der sĂŒdwestlichen USA, vom kalifornischen LĂ€ngstal bis zur GolfkĂŒste in Texas, sowie in Nordmexiko (u. a. Sonora, Niederkalifornien, Chihuahua, Mojave). Im Verlauf des 20. Jahrhunderts hat der Wegekuckuck sein Verbreitungsgebiet bis nach Kansas, Missouri und Arkansas ausdehnen können. Dagegen ist er in Teilen seines frĂŒheren kalifornischen Verbreitungsgebietes verschwunden.cite-ref-johannes-erhitz-e127-3-2[3] In Mexiko gibt es Überschneidungsbereiche mit dem Verbreitungsgebiet des Rennkuckucks, der das Schwestertaxon des Wegekuckucks innerhalb der Gattung der Rennkuckucke ist.cite-ref-7[7]

Der Lebensraum des Wegekuckucks sind semiaride und aride Gebiete, die locker mit zwei bis drei Meter hohen StrĂ€uchern und BĂŒschen bestanden sind. Lokal kommt er auch auf offenen AgrarflĂ€chen und in dĂŒnn besiedelten VorstĂ€dten vor. In den Vorgebirgen und Tafelbergen Colorados ist er besonders hĂ€ufig in Gebieten, die locker mit Wacholder und Pinyon-Kiefern bestanden ist. In Nevada und Utah ist er auch in Ebenen anzutreffen, die einen Bewuchs mit Tamariskendickichten und KreosotbĂŒschen aufweisen. Hier ist er auch hĂ€ufig entlang von Flussufern zu finden. In Texas und dem SĂŒdwesten Oklahomas ist sein Lebensraum Steppen mit einem Bewuchs an Prosopis und Wacholder beziehungsweise lockere Eichen-Wacholder-WĂ€lder. In Louisiana ist er in höher gelegenen Gebieten mit einem Bestand mit Weihrauch-Kiefern und Harthölzern anzutreffen. Im SĂŒdwesten Missouri, im Westen Arkansas und im Osten von Oklahoma ist der typische Lebensraum des Wegekuckucks steinige Gebiete, die mit Virginischem Wacholder und PrĂ€riepflanzen bestanden sind und die wegen der dĂŒnnen Erdschicht vom Charakter her HalbwĂŒsten entsprechen (sogenannter „Cedar Glade“-Vegetationstyp). In Kalifornien ist er ĂŒberwiegend in Regionen anzutreffen, in denen Grasland in Chaparral ĂŒbergeht.cite-ref-johannes-erhitz-e127-3-3[3]

Die Höhenverbreitung reicht von −75 Meter im Death Valley bis in Höhenlagen von 2500 Metern. Gelegentlich kommt er auch noch auf 3000 Höhenmetern vor. In seinem nördlichsten Verbreitungsgebiet sind wĂ€hrend des Winterhalbjahrs Schneelagen, die ĂŒber lĂ€ngere Zeit bestehen, keine Seltenheit.cite-ref-johannes-erhitz-e127-3-4[3]

Nahrung und Nahrungserwerb

Der Wegekuckuck ist ein opportunistischer Allesfresser. Er verbringt die meiste Zeit am Boden und jagt dort Schlangen, Eidechsen, Insekten, Spinnen, Nagetiere und kleine Vögel, frisst aber auch Samen und FrĂŒchte von Opuntien (vorwiegend Opuntia engelmannii, Opuntia polyacantha, Opuntia phaeacantha sowie Cylindropuntia leptocaulis) und Samen von SumachgewĂ€chsen. Die grĂ¶ĂŸte Rolle in der ErnĂ€hrung spielen Insekten, die hĂ€ufig 80 Prozent der Nahrung ausmachen: Wesentliche Beutetiere sind KurzfĂŒhlerschrecken, Grillen, KĂ€fer, Zikaden, Raupen, Ameisen, Bienen und Wespen. Wirbeltiere erbeutet er gewöhnlich vor allem wĂ€hrend der Brutperiode, wenn diese Kuckucke besonders aktiv sind. Nestlinge werden von den Elternvögeln wĂ€hrend der ersten Lebenstage ĂŒberwiegend mit Insekten, dann aber zunehmend mit Wirbeltieren gefĂŒttert. Pflanzliche Nahrung deckt in der Regel nur einen geringen Teil seines Nahrungsbedarfes und ist eine der Nahrungsquellen vor allem im Winter.cite-ref-johannes-erhitz-e129-8-0[8]

Nahrung sucht er meist an Stellen mit niedriger oder gĂ€nzlich fehlender Vegetation. Bei der Beutesuche hĂ€lt er immer wieder inne, um nach Beutetieren Ausschau zu halten. FĂŒr ihn noch unsichtbare, weil gut getarnt ruhende Reptilien versucht er aufzuscheuchen, indem er flĂŒgelschlagend um entsprechende Strukturen springt.cite-ref-payne-9-0[9]

Fliegende Insekten fĂ€ngt er, indem er bis zu drei Meter hoch springt.cite-ref-johannes-erhitz-e127-3-5[3] Man hat ihn auch dabei beobachtet, wie er in trockenen Flussbetten niedrig fliegenden Seglern auflauert, die er durch plötzliches Hochspringen fĂ€ngt.cite-ref-johannes-erhitz-e127-3-6[3] Vögel holt er aber auch aus NistkĂ€sten, klaubt sie aus Fangnetzen, die zum Beringen von Vögeln aufgestellt wurden, oder lauert ihnen an FutterhĂ€uschen auf. Erbeutete Vögel rupft er teilweise. Die Stacheln von Feigen der Opuntien entfernt er, indem er sie auf den Boden fallen lĂ€sst und dort hin und her bewegt. Skorpione greift er gewöhnlich am Stachel.cite-ref-johannes-erhitz-e128-10-0[10] Er frisst außerdem auch Aas. Große Beutetiere wie Nager, Schlangen, Eidechsen und große Heuschrecken schlĂ€gt er gewöhnlich mehrmals gegen eine harte OberflĂ€che, bevor er sie verschluckt. Seine Beutetiere verschlingt er im Ganzen.

Er ist schnell genug, um Klapperschlangen zu fangen, die er tötet, indem er ihren Kopf wie eine Peitsche auf den Boden schlÀgt. Schlangen werden teilweise von beiden Partnern gemeinsam attackiert und gefangen.cite-ref-payne-9-1[9]

Fortpflanzung

Revier

Wegekuckucke leben paarweise das ganze Jahr ĂŒber in ihren jeweiligen Revieren und sind monogam. Die ReviergrĂ¶ĂŸe betrĂ€gt im Schnitt etwa 0,5 kmÂČ (sĂŒdliches Texas) bis 1 kmÂČ (Arizona).cite-ref-johannes-erhitz-e129-8-1[8] Die Reviergrenzen bleiben hĂ€ufig ĂŒber mehrere Jahre hinweg unverĂ€ndert. Einer Revierverlagerung geht meist ein fehlgeschlagener Nistversuch voran. Das MĂ€nnchen verteidigt die Reviergrenzen gegenĂŒber einem in das Revier eindringenden anderen MĂ€nnchen mit DrohgebĂ€rden, bei denen die Steuerfedern nach oben gespreizt und langsam von Seite zu Seite geschwungen werden.cite-ref-johannes-erhitz-e128-10-1[10]

Außerhalb der Fortpflanzungszeit ist der Wegekuckuck gewöhnlich einzeln zu beobachten, da sich die Vögel eines Paares beginnend ab der Zeit, zu dem ihr Nachwuchs flĂŒgge ist, in unterschiedlichen Teilen ihres Revier aufhalten. WĂ€hrend der Fortpflanzungszeit sind sie dagegen meist paarweise zu beobachten. Zu Beginn der Fortpflanzungszeit ruhen das MĂ€nnchen und das Weibchen hĂ€ufig entweder gemeinsam im selben Strauch oder in zwei nebeneinander stehenden StrĂ€uchern.cite-ref-johannes-erhitz-e127-3-7[3]

Brutperiode

Die Brutperiode des Wegekuckucks variiert mit der Verbreitung und den lokalen klimatischen Gegebenheiten. Bislang nur unzureichend untersucht ist sie in Mexiko sowie im östlichen und nördlichen Teil seines Verbreitungsgebietes. In Kalifornien brĂŒtet er gewöhnlich im Zeitraum MĂ€rz bis Mai, gelegentlich werden Nester mit Gelegen aber auch schon im Februar oder noch im Juni gefunden. Im SĂŒden Arizonas gibt es zwei Brutperioden. Die erste fĂ€llt in den Zeitraum April bis Juni und die zweite in den Zeitraum von Ende Juli bis Mitte September. Dieses Muster ist auf die extreme Hitze und Trockenheit von Mitte Juni bis Mitte Juli zurĂŒckzufĂŒhren, der dann gegen Ende Juli eine Regenperiode folgt.cite-ref-johannes-erhitz-e128-10-2[10]

Balz

Zum Balzritual des Wegekuckucks gehören stundenlange Verfolgungsjagden auf dem Boden. Dabei ist es bedeutungslos, ob sich ein Paar neu bildet oder eine bestehende Paarbindung erneuert wird, Gelegentlich greift der verfolgende Wegekuckuck den anderen Partnervogel wĂ€hrend dieser Verfolgungsjagden auch an. Dabei sind sowohl die FlĂŒgel als auch der Schwanz angehoben, die Steuerfedern sind gespreizt. Die langen Verfolgungsjagden werden durch gelegentliche GleitflĂŒge und Ruhephasen unterbrochen. Mitunter baumt das MĂ€nnchen auch auf und ruft vom Wipfel eines Baumes oder der Spitze eines Busches coo, auf das das Weibchen mit kurzen, bellenden Lauten antwortet.cite-ref-johannes-erhitz-e128-10-3[10]

Kurz vor der Paarung imponiert das MĂ€nnchen vor dem Weibchen, in dem er vor ihr mit gestrĂ€ubter Federhaube, angehobenen FlĂŒgeln und Steuerfedern weglĂ€uft. Er schlĂ€gt dann die FlĂŒgel gegen die Körperseiten und produziert damit als Instrumentallaut ein deutlich zu vernehmendes „pop“. Dies wiederholt er vier bis fĂŒnf Mal. Zu den weiteren Imponiergesten gehört ein Wippen der Steuerfedern. Dabei ist er dem Weibchen zugewandt und trĂ€gt in seinem Schnabel hĂ€ufig ein Beutetier oder Pflanzenmaterial.cite-ref-johannes-erhitz-e128-10-4[10]

Nest

Sein kompaktes, napfförmiges Nest mit vier bis sechs weißlichen Eiern baut der Wegekuckuck in einer Höhe von 0,4 bis 6 Metern in DornbĂŒschen wie dem Mesquite, auf kleinen BĂ€umen oder Kakteen wie dem Kandelaberkaktus Carnegiea gigantea. Nester finden sich aber auch auf alten Ölpumpen, auf landwirtschaftlichen Maschinen oder Felsenklippen. Gebaut wird das Nest gewöhnlich in einer Astgabel oder auf einem horizontal wachsendem Ast. Typischerweise befinden sich in NĂ€he des Niststandorts Stellen mit sehr niedriger Vegetation.cite-ref-johannes-erhitz-e128-10-5[10]

Der Ă€ußere Durchmesser des Nestes betrĂ€gt 30 bis 45 Zentimeter und die Höhe 15 bis 20 Zentimeter. Die Nistmulde hat einen Durchmesser von 15 Zentimeter und eine Tiefe von fĂŒnf bis 10 Zentimeter. Gewöhnlich bauen Wagekuckucke fĂŒr jedes Gelege ein neues Nest. Alte Nester werden nur selten ein weiteres Mal benutzt.cite-ref-johannes-erhitz-e128-10-6[10]

Eier und Jungvögel

Die Eier sind weißlich und gelegentlich braun oder grau gefleckt. Die GelegegrĂ¶ĂŸe ist abhĂ€ngig vom Nahrungsangebot und betrĂ€gt zwischen zwei und sieben Eiern. Die Weibchen legen meist mit einem Abstand von zwei Tagen jeweils ein Ei. Die BebrĂŒtung wird mit der Ablage des ersten Eis aufgenommen und bis zum Schlupf der Nestlinge dauert es 17 bis 18 Tage. Sie wiegen beim Schlupf lediglich etwa 14 Gramm.cite-ref-johannes-erhitz-e126-11-0[11] Beide Elternvögel brĂŒten: Die MĂ€nnchen sitzen grundsĂ€tzlich wĂ€hrend der Nacht auf den Eiern, wĂ€hrend des Tages wechseln sich beide Elternvögel ab.

Die Nestlinge schlĂŒpfen asynchron, der Altersunterschied zwischen dem jĂŒngsten und dem Ă€ltesten der Nestlinge kann bis zu sieben Tage betragen.cite-ref-johannes-erhitz-e128-10-7[10] Bei großen Gelegen kommt es vor, dass das zuletzt gelegte Ei nicht mehr ausgebrĂŒtet wird. Die Jungen werden von beiden Eltern aufgezogen.cite-ref-payne-9-2[9] Gewöhnlich bleibt immer ein Elternvogel in der NĂ€he der Nestlinge und hudert entweder diese oder beschattet sie, indem sie die FlĂŒgel ĂŒber ihnen ausbreiten.

Die Jungvögel sind ab ihrem 11. Lebenstag in der Lage zu laufen und haben zu dem Zeitpunkt etwa ein Gewicht von 130 Gramm erreicht. Am 16. Lebenstag sind sie in der Lage zu rennen, sie picken auch bereits nach Beutetiere, erbetteln aber immer noch Futter von den Elternvögeln. Zwischen dem 17. und 19. Lebenstag verlassen sie gewöhnlich das Nest. Kommt es jedoch am Nest vorher zu einer Störung, dann sind sie in der Lage, das Nest auch schon an ihrem 12. bis 14. Lebenstag dauerhaft zu verlassen. Von den Eltern werden die Jungvögel noch 30 bis 40 Tage gefĂŒttert, nachdem sie das Nest verlassen haben, auch wenn sie zu dem Zeitpunkt bereits gemeinsam mit den Elternvögeln nach Nahrung suchen. Bei reichlichem Nahrungsangebot beginnen die Elternvögel bereits in dieser Zeit mit dem Bau eines neuen Nestes.

Brutparasitismus

Anders als bei vielen anderen Vertretern der Kuckucke kommt Brutparasitismus beim Wegekuckuck Ă€ußerst selten vor. Einige wenige Male hat man Eier dieser Art in den Nestern von Kolkraben und Spottdrosseln gefunden. HĂ€ufiger ist wohl ein intraspezifischer Brutparasitismus. DafĂŒr finden sich bislang nur Indizien in Form ungewöhnlich große Gelege und/oder ungewöhnlichen LegeabstĂ€nde.cite-ref-johannes-erhitz-e128-10-8[10]

Fressfeinde und Lebenserwartung

Der Wegekuckuck ist gewöhnlich zu schnell, um vom Kojoten gefangen zu werden. Dagegen wird er gelegentlich vom Rotluchs als auch vom Nordamerikanischen Katzenfrett geschlagen. Rotschwanzbussarde, Rundschwanzsperber und WĂŒstenbussard sind in der Lage, gelegentlich einen Wegekuckuck zu erbeuten. Sehr selten werden brĂŒtende Wegekuckucke von anderen Raubvögeln, streunenden Hauskatzen und WaschbĂ€ren erbeutet. Schlangen sind vermutlich die wichtigsten NestprĂ€datoren, die Nestlinge und Eier fressen.cite-ref-johannes-erhitz-e129-8-2[8]

Störungen durch Hunde sowie durch starken Verkehr und der geringe Bruterfolg auf Grund der Nachstellung durch streunende Katzen sind der Grund, warum die Bestandszahlen des Wegekuckucks in dĂŒnn besiedelten Gebieten zurĂŒckgehen, selbst wenn diese noch eine hinreichende einheimische Vegetation aufweisen.

Der Bruterfolg variiert sehr stark. Im SĂŒden Texas werden lediglich aus zwölf Prozent der gelegten Eier Jungvögel groß. In New Mexico, Oklahoma und im Westen Texas dagegen betrĂ€gt der Bruterfolg 72 Prozent. Ein wieder aufgefundener beringter Wegekuckuck belegt, dass diese in freier Wildbahn ein Lebensalter von mehr als sieben Jahren erreichen können. In Gefangenschaft hat ein einzelnes MĂ€nnchen ein Lebensalter von mehr als neun Jahren erreicht.cite-ref-johannes-erhitz-e129-8-3[8]

Wegekuckuck und Mensch

Der agile Wegekuckuck spielt eine vergleichsweise große Rolle bei den indigenen Völkern seines Verbreitungsgebietes. Bei den Hopi ist er mit Ritualen assoziiert, die StĂ€rke, Ausdauer und Mut zelebrieren. Nach Cocker und Tipling könnte dies darauf zurĂŒckzufĂŒhren sein, dass der Wegekuckuck kaum jemals auffliegt und die Linie seiner charakteristischen FußabdrĂŒcke im WĂŒstensand scheinbar niemals enden.cite-ref-12[12] PrĂ€kolumbianische Völker der Anasazikultur haben darĂŒber hinaus Petroglyphen hinterlassen, die entweder den Vogel oder seine charakteristischen FußabdrĂŒcke darstellen. Im El Malpais National Monument im US-amerikanischen Bundesstaat New Mexico findet sich beispielsweise eine Darstellung eines Wegekuckucks, wie er eine Eidechse verzehrt. HĂ€ufiger noch finden sich eingeritzte Felszeichnungen der FußabdrĂŒcke dieser Vogelart.

In der neuzeitlichen Kultur spielt der Wegekuckuck ebenfalls eine Rolle. Der Wegekuckuck (englisch: Greater Roadrunner) war das Vorbild fĂŒr den „Road Runner“ in den Cartoons der Warner Brothers. Begleitet sind die Fluchten des Road Runners von (fĂŒr die Art uncharakteristischen) Miep-Miep-Rufen.cite-ref-13[13] Unter anderem gab der amerikanische Automobilhersteller Plymouth von 1967 bis 1979 seinen schnellsten CoupĂ©s und Cabriolets die Modellbezeichnung Road Runner.

Filmdokumentation

‱ Tiere vor der Kamera: Der schnellste Vogel im Wilden Westen. Deutsche TV-Dokumentation von Ernst Arendt und Hans Schweiger. Bayerischer Rundfunk 1986, ca. 43 Minuten

Literatur

‱ Mark Cocker, David Tipling: Birds and People. Jonathan Cape, London 2013, ISBN 978-0-2240-8174-0.
‱ Johannes Erhitzþe, Clive F. Mann, Frederik P. Brammer, Richard A. Fuller: Cuckoos of the World. Christopher Helm, London 2012, ISBN 978-0-7136-6034-0.
‱ Robert B. Payne: The Cuckoos. (Bird Families of the World Nr. 15). Oxford University Press, Oxford 2005, ISBN 0-19-850213-3.

Einzelnachweise

cite-note-iucn-11. ↑ Geococcyx californianus in der Roten Liste gefĂ€hrdeter Arten der IUCN 2016. Eingestellt von: BirdLife International, 2016. Abgerufen am 20. November 2017.
cite-note-22. ↑ Payne S. 194.
cite-note-johannes-erhitz-e127-33. ↑ Erhitzþe, Mann, Brammer, Fuller: Cuckoos of the World. S. 127.
cite-note-44. ↑ Martha Anne Maxon: The real roadrunner. University of Oklahoma Press, 2005, ISBN 0-8061-3676-6, S. 10 (Google Buch; englisch,Rezension).
cite-note-55. ↑ Payne S. 195–196.
cite-note-66. ↑ Payne S. 196.
cite-note-77. ↑ Payne S. 195.
cite-note-johannes-erhitz-e129-88. ↑ Erhitzþe, Mann, Brammer, Fuller: Cuckoos of the World. S. 129.
cite-note-payne-99. ↑ Payne S. 196–197.
cite-note-johannes-erhitz-e128-1010. ↑ Erhitzþe, Mann, Brammer, Fuller: Cuckoos of the World. S. 128.
cite-note-johannes-erhitz-e126-1111. ↑ Erhitzþe, Mann, Brammer, Fuller: Cuckoos of the World. S. 126.
cite-note-1212. ↑ Mark Cocker, David Tipling: Birds and People. S. 269.
cite-note-1313. ↑ Mark Cocker, David Tipling: Birds and People. S. 270.

Weblinks

Commons

: Wegekuckuck (

Geococcyx californianus

)

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Fotos auf macro-photo.org
‱ Wegekuckuck (Geococcyx californianus) auf eBird.org
‱ Kurzbeschreibung des Erdkuckucks (Katja Feldhoff)
‱ Tonaufnahmen des Wegekuckucks